Korpussuche-Hilfe

Walkthrough für die Korpussuche, die Hauptanwendung der MHDBDB. Suchen, Filtern, Lesen, Hervorheben – alle Funktionen der Hauptseite in einer Anleitung.

1. Worum es geht

Die Korpussuche ist die Hauptanwendung der MHDBDB. Sie durchsucht 666 mittelhochdeutsche Texte nach einem Lemma (Wörterbuch-Grundform), zeigt alle Belegstellen mit Kontext und öffnet den Volltext mit farblich hervorgehobenen Treffern. Sie können das Korpus auf bestimmte Werke einschränken, zwischen Belegen springen und auf jedem Lemma die zugehörige Wörterbuch-Seite öffnen – verlinkt mit BMZ, Lexer und dem Mittelhochdeutschen Wörterbuch (MWB).

2. Lemma-Suche

Geben Sie ein Wort in das Suchfeld ein und drücken Sie Enter oder klicken Sie auf Suchen. Die Datenbank durchsucht alle ausgewählten Texte und zeigt eine Trefferliste rechts.

Mittelhochdeutsche Schreibung – automatisch normalisiert

Sie müssen die mittelhochdeutschen Sonderzeichen nicht selbst tippen. Die Suche normalisiert automatisch:

  • Langvokale: â → a, ê → e, î → i, ô → o, û → u
  • Umlaute: ä → ae, ö → oe, ü → ue
  • Ligaturen: æ → ae, œ → oe

Die Eingabe brot findet also brôt, brot, brott und alle weiteren attestierten Schreibformen – insgesamt mehr als 50 Varianten allein für „Brot".

Dreistufige Variantenauflösung

Eine Variante ist eine der im Korpus attestierten Schreibformen desselben Lemmas – mittelhochdeutsche Texte kennen keine normierte Orthographie. Hinter der Normalisierung arbeitet eine dreistufige Auflösung:

  1. Exakter Treffer im Wörterbuch – Ihr Suchwort entspricht einem Lemma direkt.
  2. Variantenwörterbuch – 175.910 normalisierte Schreibvarianten werden gegen Ihre Eingabe geprüft.
  3. Teiltreffer als Fallback, wenn weder exakter noch Varianten-Treffer existiert.

Bei mehreren passenden Lemmata werden alle Treffer in der blauen Info-Box oberhalb der Ergebnisliste angezeigt, damit Sie sehen, was die Suche gefunden hat.

3. Texte filtern und auswählen

Links neben der Suche steht die Textliste mit allen 666 Texten. Standardmäßig sind alle ausgewählt, die Suche durchsucht also das ganze Korpus. Sie können die Auswahl jederzeit eingrenzen – die nächste Suche berücksichtigt nur noch die markierten Texte.

Suchen in der Textliste

Im Filterfeld können Sie nach Titel, Sigle oder Autor:in suchen. Das filtert die sichtbare Liste, ändert aber zunächst nicht die Auswahl.

Schnellauswahl

Über der Liste finden Sie drei Buttons:

  • Alle – wählt alle 666 Texte aus.
  • Keine – hebt die Auswahl auf, kein Text ist mehr ausgewählt.
  • Nur diese – erscheint nur, wenn ein Filter aktiv ist, und wählt genau die sichtbaren Texte aus.

Tipp: Um nur in bestimmten Texten zu suchen, klicken Sie zuerst auf Keine, filtern Sie dann nach Werk oder Autor:in und aktivieren Sie nur die Texte, die Sie wirklich brauchen. Unter der Liste sehen Sie immer, wie viele von 666 Texten gerade ausgewählt sind.

4. Reading View und Highlighting

Klicken Sie auf einen Treffer in der Ergebnisliste – der Volltext öffnet sich rechts im Reading View. Die Fundstellen sind farblich hervorgehoben, die Metadaten zum Werk stehen aufklappbar oberhalb des Textes.

Bis zu fünf Farben

Wenn Sie nacheinander mehrere Lemmata gesucht haben, werden sie im Reading View mit bis zu fünf Farben markiert: rot, blau, grün, gelb, violett. So können Sie mehrere Begriffe gleichzeitig im selben Text verfolgen.

Zwischen Belegen springen

Bei längeren Texten erscheinen unten im Reading View zwei Buttons: ↑ Zurück und Weiter ↓. Damit springen Sie direkt von einer Belegstelle zur nächsten, ohne scrollen zu müssen. Die Anzeige in der Mitte zeigt die Position („Treffer 3 von 12").

Metadaten und externe Verknüpfungen

Das Metadaten-Panel oberhalb des Textes zeigt:

  • Autor:in – verlinkt mit Wikidata und der Gemeinsamen Normdatei (GND), wenn vorhanden
  • Sigle – die kanonische Werkabkürzung in der MHDBDB
  • Gattung – literarische Klassifikation
  • Quelle – die Edition, auf der der digitale Text basiert

Bei Werken, die in der MHDBDB in mehreren Editionen vorliegen, können Sie über das Metadaten-Panel zwischen den Editionen wechseln.

5. Lemma-Seite

Jedes Lemma in der MHDBDB hat eine eigene, persistent verlinkte Seite mit einer ausführlichen Wörterbuch-Ansicht. Sie erreichen sie über die Lemma-Info-Box oberhalb der Trefferliste – ein Klick auf das Lemma öffnet die Lemma-Seite in einem neuen Tab.

Die Lemma-Seite zeigt:

  • Bedeutungen – die Senses des Lemmas mit Glossen
  • Schreibformen – alle attestierten orthographischen Varianten
  • Komposita – Zusammensetzungen, die das Lemma enthalten
  • Belegstellen – wie oft und in welchen Texten das Lemma vorkommt
  • Wörterbuchnetz-Anbindung – Direktlinks zu BMZ, Lexer, LexerN und FindeB
  • MWB-Verweis – Link zum Mittelhochdeutschen Wörterbuch (Trier/Mainz)

Die URL der Lemma-Seite folgt dem Muster lemma/?id=<Nummer> – Beispiel: lemma/?id=879 für brôt. Diese URLs sind stabil und können in eigenen Publikationen verlinkt und zitiert werden.

6. Was Sie als Nächstes tun können

Stand: April 2026 · Änderungen auf GitHub