Korpussuche-Hilfe

Walkthrough für die Korpussuche, die Hauptanwendung der MHDBDB. Suchen, Filtern, Lesen, Hervorheben – alle Funktionen der Hauptseite in einer Anleitung.

1. Worum es geht

Die Korpussuche ist die Hauptanwendung der MHDBDB. Sie durchsucht 667 mittelhochdeutsche Texte nach einem Lemma (Wörterbuch-Grundform), zeigt alle Belegstellen mit Kontext und öffnet den Volltext mit farblich hervorgehobenen Treffern. Sie können das Korpus auf bestimmte Werke einschränken, zwischen Belegen springen und auf jedem Lemma die zugehörige Wörterbuch-Seite öffnen – verlinkt mit BMZ, Lexer und dem Mittelhochdeutschen Wörterbuch (MWB).

2. Lemma-Suche

Geben Sie ein Wort in das Suchfeld ein und drücken Sie Enter oder klicken Sie auf Suchen. Die Datenbank durchsucht alle ausgewählten Texte und zeigt eine Trefferliste rechts.

Mittelhochdeutsche Schreibung – automatisch normalisiert

Sie müssen die mittelhochdeutschen Sonderzeichen nicht selbst tippen. Die Suche normalisiert automatisch:

  • Langvokale: â → a, ê → e, î → i, ô → o, û → u
  • Umlaute: ä → ae, ö → oe, ü → ue
  • Ligaturen: æ → ae, œ → oe

Die Eingabe brot findet also brôt, brot, brott und alle weiteren attestierten Schreibformen – insgesamt mehr als 50 Varianten allein für „Brot".

Dreistufige Variantenauflösung

Eine Variante ist eine der im Korpus attestierten Schreibformen desselben Lemmas – mittelhochdeutsche Texte kennen keine normierte Orthographie. Hinter der Normalisierung arbeitet eine dreistufige Auflösung:

  1. Exakter Treffer im Wörterbuch – Ihr Suchwort entspricht einem Lemma direkt.
  2. Variantenwörterbuch – 234.244 normalisierte Schreibvarianten werden gegen Ihre Eingabe geprüft.
  3. Teiltreffer als Fallback, wenn weder exakter noch Varianten-Treffer existiert.

Bei mehreren passenden Lemmata werden alle Treffer in der blauen Info-Box oberhalb der Ergebnisliste angezeigt, damit Sie sehen, was die Suche gefunden hat.

3. Texte filtern und auswählen

Links neben der Suche steht die Textliste mit allen 667 Texten. Standardmäßig sind alle ausgewählt, die Suche durchsucht also das ganze Korpus. Sie können die Auswahl jederzeit eingrenzen – die nächste Suche berücksichtigt nur noch die markierten Texte.

Suchen in der Textliste

Im Filterfeld können Sie nach Titel, Sigle oder Autor*in suchen. Das filtert die sichtbare Liste, ändert aber zunächst nicht die Auswahl.

Schnellauswahl

Über der Liste finden Sie drei Buttons:

  • Alle – wählt alle 667 Texte aus.
  • Keine – hebt die Auswahl auf, kein Text ist mehr ausgewählt.
  • Nur diese – erscheint nur, wenn ein Filter aktiv ist, und wählt genau die sichtbaren Texte aus.

Tipp: Um nur in bestimmten Texten zu suchen, klicken Sie zuerst auf Keine, filtern Sie dann nach Werk oder Autor*in und aktivieren Sie nur die Texte, die Sie wirklich brauchen. Unter der Liste sehen Sie immer, wie viele von 667 Texten gerade ausgewählt sind.

4. Suchergebnisse: Liste, Tabelle und Belege

Nach der Suche erscheinen die Treffer als eigene Karte. Über dem Ergebnis können Sie rechts oben zwischen zwei Ansichten umschalten: Liste (eine Karte je Text) und Tabelle (eine Zeile je Text). Beide zeigen dieselben Treffer, nur unterschiedlich aufbereitet.

Tabellen-Ansicht: sortieren und exportieren

In der Tabelle lässt sich jede Spalte über ihren Spalten-Header sortieren:

  • Titel – Werktitel, alphabetisch
  • Autor*in – Verfasser*in, alphabetisch
  • Treffer – absolute Zahl der Belegstellen im Text
  • Freq./10k Wörter – Trefferzahl normiert auf 10.000 Wörter, macht unterschiedlich lange Texte vergleichbar
  • Wörter – Gesamtlänge des Textes in Wörtern

Zwei Buttons über der Tabelle exportieren das Ergebnis: Kopieren legt es in die Zwischenablage, CSV lädt es als Datei herunter – etwa zur Weiterverarbeitung in einer Tabellenkalkulation. Ein Klick auf eine Zeile öffnet den zugehörigen Text im Reading View.

KWIC-Belege ausklappen

Jeder Treffer-Text trägt einen Schalter Belege anzeigen / Belege verbergen. Er klappt direkt in der Trefferliste eine Keyword-in-Context-Konkordanz (KWIC) auf: pro Belegstelle das gesuchte Wort, eingebettet in seinen Wortkontext (ein festes Fenster benachbarter Wörter). Jede Belegzeile beginnt mit der Stellenangabe – V. für Vers, Z. für Zeile und S. für Seite.

  • Kontextfenster – ein Dropdown stellt 5, 10, 15 oder 20 Wörter je Seite ein (Voreinstellung: 10).
  • Anzeige-Grenze – bei vielen Belegen erscheint ein Hinweis wie „Erste 100 von 1.240 Belegen"; die Gesamtzahl bleibt sichtbar.
  • Sprung zur Fundstelle – ein Klick auf eine Belegzeile öffnet den Text im Reading View und springt an die genaue Stelle.

Nicht verwechseln: Die KWIC-Belege hier blättern die Fundstellen schon in der Trefferliste auf, noch bevor Sie einen Text öffnen. Die Pfeile ↑ Zurück und Weiter ↓ aus Abschnitt 5 („Zwischen Belegen springen") arbeiten dagegen innerhalb des bereits geöffneten Reading View.

5. Reading View und Highlighting

Klicken Sie auf einen Treffer in der Ergebnisliste – der Volltext öffnet sich rechts im Reading View. Die Fundstellen sind farblich hervorgehoben, die Metadaten zum Werk stehen aufklappbar oberhalb des Textes.

Bis zu fünf Farben

Wenn Sie nacheinander mehrere Lemmata gesucht haben, werden sie im Reading View mit bis zu fünf Farben markiert: rot, blau, grün, gelb, violett. So können Sie mehrere Begriffe gleichzeitig im selben Text verfolgen.

Zwischen Belegen springen

Bei längeren Texten erscheinen unten im Reading View zwei Buttons: ↑ Zurück und Weiter ↓. Damit springen Sie direkt von einer Belegstelle zur nächsten, ohne scrollen zu müssen. Die Anzeige in der Mitte zeigt die Position („Treffer 3 von 12").

Metadaten und externe Verknüpfungen

Das Metadaten-Panel oberhalb des Textes zeigt:

  • Autor*in – verlinkt mit Wikidata und der Gemeinsamen Normdatei (GND), wenn vorhanden
  • Sigle – die kanonische Werkabkürzung in der MHDBDB
  • Gattung – literarische Klassifikation
  • Quelle – die Edition, auf der der digitale Text basiert
  • TEI-XML-Download – am Ende des Panels steht ein Direkt-Download der zugrunde liegenden TEI-Datei (tei/<SIG>.tei.xml); darin sind detaillierte Metadaten dokumentiert, u. a. Referenzedition, verantwortliche Editor*innen und editorische Hinweise

Liegt ein Werk in mehreren Editionen vor, listet das Metadaten-Panel die weiteren Siglen als anklickbare Links. Ein Klick öffnet den Text der jeweiligen Edition – die aktuelle Sigle ist fett-kursiv hervorgehoben. Die separate Sektion Editionen im selben Panel enthält dagegen Zotero-Verweise auf die gedruckten Edition-Bibliographien, kein Wechseln zwischen Korpus-Texten.

6. Lemma-Seite

Jedes Lemma in der MHDBDB hat eine eigene, persistent verlinkte Seite mit einer ausführlichen Wörterbuch-Ansicht. Sie erreichen sie über die Lemma-Info-Box oberhalb der Trefferliste – ein Klick auf das Lemma öffnet die Lemma-Seite in einem neuen Tab.

Die Lemma-Seite zeigt:

  • Bedeutungen – die Senses des Lemmas mit Glossen
  • Schreibformen – alle attestierten orthographischen Varianten
  • Komposita – Zusammensetzungen, die das Lemma enthalten
  • Belegstellen – wie oft und in welchen Texten das Lemma vorkommt
  • Wörterbuchnetz-Anbindung – Direktlinks zu BMZ, Lexer, LexerN und FindeB
  • MWB-Verweis – Link zum Mittelhochdeutschen Wörterbuch (Trier/Mainz)

Die URL der Lemma-Seite folgt dem Muster lemma/?id=<Nummer> – Beispiel: lemma/?id=879 für brôt. Diese URLs sind stabil und können in eigenen Publikationen verlinkt und zitiert werden.

7. Wörterbuch von A bis Z

Über den Menüpunkt Wörterbuch erreichen Sie die A–Z-Registerseite (woerterbuch.html) – den alphabetischen Einstieg zu allen rund 43.754 Lemma-Seiten. Wer nicht über eine Suche kommt, sondern stöbern oder gezielt nachschlagen möchte, beginnt hier.

Register und Pagination

Eine A–Z-Indexleiste führt zu den einzelnen Buchstaben; ein zusätzliches #-Feld sammelt die Lemmata, die mit einer Ziffer beginnen. Wie viele Einträge ein Buchstabe enthält, zeigt der Tooltip beim Überfahren. Pro Buchstabe werden 200 Einträge je Seite angezeigt; bei mehr Einträgen blättern Sie über die Pagination weiter. Jeder Eintrag besteht aus dem Lemma und einem Wortart-Kürzel (POS-Badge) und verlinkt direkt auf die zugehörige Lemma-Seite lemma/?id=<Nummer>.

Tipp-Suche und Deep-Links

Das Suchfeld über dem Register filtert noch während des Tippens über alle Lemmata – als Präfix-Suche und mit derselben mittelhochdeutschen Normalisierung wie die Korpussuche (â → a, ä → ae und so weiter). Die Eingabe minn listet also alle Lemmata, die mit minn- beginnen.

Buchstabe und Seite stehen in der URL und ergeben zitierbare Deep-Links, z. B. woerterbuch.html?buchstabe=s&seite=3. So lässt sich eine bestimmte Registerseite verlinken und in Publikationen referenzieren.

8. Was Sie als Nächstes tun können

Stand: Juni 2026 · Änderungen auf GitHub