M³GIM
Teilnachlass Ira Malaniuk — UAKUG/NIM
Research Preview

Das Projekt

M³GIM (Mapping Mobile Musicians) ist eine Machbarkeitsstudie zur digitalen Erschließung des Teilnachlasses Ira Malaniuk (UAKUG/NIM). Das Projekt untersucht Mobilität und Musiktheaterwissen im Graz der Nachkriegszeit und dient als methodische Pilotstudie für ein geplantes FWF-Folgeprojekt zu Mobilität und Wissensproduktion von Sängerinnen an europäischen Kulturmetropolen im 19. und 20. Jahrhundert.

Der Prototyp verbindet archivische Erschließung mit datenbasierter Modellierung nach dem internationalen Standard Records in Contexts (RiC-O 1.1) und projektspezifischen Erweiterungen für musikwissenschaftliche Mobilitätsforschung. Die Anwendung ermöglicht die explorative Erforschung von Netzwerken, Karrierewegen und Verknüpfungen in einem Teilnachlass, der bisher nur konventionell verzeichnet war.

Forschungskontext

Das Projekt verortet sich im Feld der Mobility Studies (Urry 2007, Hannam/Sheller/Urry 2006) und erweitert diese um musikwissenschaftliche Perspektiven. Es schließt an die Vorarbeiten der Projekte MUSICI (Goulet/zur Nieden) und MusMig (Katalinić) an, die auf die Frühe Neuzeit beschränkt blieben, und überträgt deren Ansätze auf das 20. Jahrhundert.

Zentral ist Nicole K. Strohmanns erweiterter Mobilitätsbegriff, der Mobilität über die rein geografische Dimension hinaus als epistemologische Analysekategorie fasst — als Formen mentaler, kultureller, intellektueller und künstlerischer Bewegung. Das Projekt unterscheidet nationale, geografische, erzwungene, bildungsbezogene und lebensstilbezogene Mobilitätsformen.

Details zum Quellenbestand, zur Tektonik und zum Erschließungsprozess finden sich auf der Seite Projekt.

Ira Malaniuk (1919–2009)

Die ukrainisch-österreichische Mezzosopranistin Ira Malaniuk gehörte zu den bedeutendsten Sängerinnen der Nachkriegszeit. Ihre Biografie verkörpert exemplarisch die im Projekt untersuchten Mobilitätsformen: erzwungene Migration (Flucht aus der Ukraine), Ausbildungsmobilität (Professionalisierung in Wien), internationale Karrieremobilität (Engagements in München, Wien, Bayreuth, Buenos Aires, London, Zürich) und Lebensstil-Migration.

Ihr Teilnachlass am Universitätsarchiv der KUG Graz umfasst 282 Archiveinheiten in drei Bestandsgruppen: Hauptbestand (255 Konvolute), Plakate (26) und Tonträger (1). Die Materialien dokumentieren Programme, Korrespondenzen, Verträge, Rezensionen, Plakate, Urkunden und persönliche Dokumente aus dem Zeitraum 1934 bis 2009.

Methodik

M³GIM nutzt den Ansatz des Promptotyping: Dokumente und Erfassungsrichtlinien bilden die verbindliche Grundlage (Documents as Source of Truth), während der Code als austauschbares Artefakt gilt (Code as Disposable Artifact). Die Daten werden in Google Sheets durch Studierende und Mitarbeiter:innen der KUG erfasst, über eine Python-Pipeline validiert und in JSON-LD (RiC-O 1.1) transformiert. Das statische Frontend auf GitHub Pages ermöglicht die Exploration ohne Server-Infrastruktur.

Datenstand

Export
20. Februar 2026
Archiveinheiten
282, davon 3 mit erschlossenen Einzelstücken (76 Dokumente)
Verknüpfungen
62 Objekte (22 %) mit mindestens einer Verknüpfung
Indizes
313 Personen, 64 Organisationen, 43 Orte, 94 Werke

Projektteam

Projektleitung
Univ.-Prof.in Dr.in phil. habil. Nicole K. Strohmann — Professorin für Historische Musikwissenschaft und Genderforschung, KUG Graz
Technische Umsetzung
Christopher PollinDH Craft OG
Wissenschaftliche Mitarbeit
  • Stefanie Stindl-Liang (Universitätsassistentin, KUG)
  • Clara Nithack (Studentische Mitarbeiterin, KUG)
  • Nicolas Müller-Lorenz (Werkvertrag, Quellenerschließung)
Kooperationspartner
Wolfgang Madl (Archiv KUG)
Beratend
Georg Vogeler (Institut für Digitale Geisteswissenschaften, Universität Graz)

Förderung und Laufzeit

Eigenmittel
Kunstuniversität Graz (KUG)
Förderung
Stadt Graz
Förderung
Mariann Steegmann Foundation (Winterthur)
Förderzeitraum
März 2026 – Februar 2027

Promptotype — Machbarkeitsstudie im Rahmen eines Digital-Humanities-Projekts an der Kunstuniversität Graz.